Beschreibung der Nahtstelle

Zwischen einem Blitzschutz und einer Photovoltaik-Anlage muss ein ausreichender Trennungsabstand eingehalten werden. Wie das umgesetzt wird und welche Absprachen dazu zwischen den beteiligten Gewerken getroffen werden müssen, erfahren Sie im Video.

In einem Wohngebäude kann die Installation eines Blitzschutzes die Installation einer Photovoltaik-Anlage beeinflussen. Ein Blitzschutz ist zwar bisher nicht vorgeschrieben, trotzdem ist meist ein äußerer Blitzschutz vorgesehen. Dieser wird in der Regel zeitlich nach dem Photovoltaik-Generator installiert.

Der Standort des Photovoltaik-Generators muss der Fachkraft für Blitzschutz mitgeteilt werden. Diese muss bei der Installation des Blitzschutzes auf einen ausreichenden Trennungsabstand zu stromleitendenden Bauteilen der Photovoltaikanlage achten, damit der Blitz nicht auf diese überschlägt. Der Photovoltaik-Generator ist zum Beispiel ein solches Bauteil.

Die nötigen Trennungsabstände werden vom Installateur der Blitzschutzanlage berechnet und eingehalten. Ist ein ausreichender Trennungsabstand nicht möglich, wird der Potenzialausgleich der Photovoltaik-Anlage in den Blitzschutz integriert.

In der Folge kann sich die Art des Überspannungsschutzes ändern: Dann ist ein Überspannungsschutz des Typs 1 nötig, weil der Trennungsabstand nicht eingehalten wird. Wenn der Trennungsabstand eingehalten wird, reicht ein Überspannungsschutz Typ 2.

Überspannungsschutzgeräte müssen seit dem 1.Oktober 2016 im privaten Wohnungsbau und im kleinen Gewerbebau grundsätzlich eingebaut werden. Auf der Gleichstromseite zwischen Gebäudeeintritt und Wechselrichter ergibt sich dies aus dem Verweis der DIN VDE 0100-712 auf die DIN VDE 0185-305-3 Beiblatt 5. Auf der Wechselstromseite zwischen Wechselrichter und Zählerschrank ist dies in der DIN VDE 0100-443 festgeschrieben.

Im Wechselstromkreis sollte das Überspannungsschutzgerät so nah wie möglich am Einspeisepunkt der elektrischen Anlage zum Netzbetreiber installiert werden. Der Einspeisepunkt befindet sich bei der Installation in einem Wohngebäude im unteren Anschlussraum des Zählerschrankes. Dort ist also der optimale Einbauort für das Überspannungsschutzgerät. Der Einbau im Wechselstromkreis richtet sich nach der VDE-AR-N 4100, die seit März 2019 gültig ist.

Der Zählerschrank muss diese Norm bei einem Umbau zwingend erfüllen. Ein Umbau umfasst neben der Installation eines Überspannungsschutzes zum Beispiel die Vorbereitung einer Datenfernauslesung durch den Netzbetreiber und die Installation einer Sicherung im Vorzählerbereich. Zumeist muss daher bei der Installation einer Photovoltaik-Anlage ein neuer Zählerschrank eingeplant werden.

Bezüglich des Blitzschutzes muss demnach Folgendes beachtet werden:

  • Die Fachkraft für Blitzschutz muss den Standort des Photovoltaik-Generators kennen.

Quiz

Überprüfen Sie in einem Quiz, ob Sie die relevanten Abstimmungen an dieser Nahtstelle kennen. Da diese in dem Video genauer erklärt werden, ist es empfehlenswert, zuerst das Video anzuschauen und das Quiz anschließend zur Selbstkontrolle zu lösen.

Externe Fundstellen

An dieser Stelle finden Sie weiterführende Inhalte zum Thema der Nahtstelle, auf die Sie außerhalb der Lernplattform zugreifen können.